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150 Jahre Kaufmännischer Verband Schweiz – eine Geschichte, die bewegt
Seit 1873 setzt sich der Kaufmännische Verband Schweiz für starke Perspektiven in Bildung und Beruf ein. Seine Geschichte erzählt von gesellschaftlichem Wandel, neuen Berufsbildern und dem kontinuierlichen Engagement für Menschen im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Umfeld. Zum 150-Jahr-Jubiläum 2023 blickte der Verband auf prägende Meilensteine, wichtige Errungenschaften und bewegte Zeiten zurück. Die Jubiläumsseite lädt dazu ein, diese Entwicklung zu entdecken – von den Anfängen bis zu den Herausforderungen und Chancen der Arbeitswelt von morgen.
Von lokalen Bildungsvereinen zum Kompetenzzentrum
Seit seiner Gründung 1873 hat sich der Kaufmännische Verband Schweiz vom Zusammenschluss lokaler Bildungsvereine zum nationalen Kompetenzzentrum für Bildung und Beruf entwickelt. Über Generationen hinweg prägte er die kaufmännische Berufsbildung, förderte lebenslanges Lernen und setzte sich für faire, diskriminierungsfreie Arbeitsbedingungen ein. Bildungsreformen, neue Berufsbilder und der Aufbau der Sozialpartnerschaft zeugen von seinem kontinuierlichen Engagement.
Zeitleiste 1873- 2023
Die Zeitleiste zeigt zentrale Stationen einer bewegten Verbandsgeschichte – und wie der Kaufmännische Verband Schweiz den Wandel der Arbeitswelt bis heute mitgestaltet.
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Am 14. April 1873 entstand der «Schweizerische Kaufmännische Verein» (damals noch: «Schweizerischer Verein junger Kaufleute») durch den Zusammenschluss lokaler Vereine junger Kaufleute, die sich seit den 1860er-Jahren gebildet hatten. Das Vereinsleben der Gründerjahre zeugt von gesellschaftlicher und kommunikativer Vielfalt: Neben der Gründung einer Vielzahl an Sektionen und Clubs waren die Errichtung einer kaufmännischen Stellenvermittlung (1876), die Führung des Offiziellen Verkaufsbüros der ersten Schweizer Landesausstellung in Zürich (1883) sowie die Herausgabe des «Schweizerischen Kaufmännischen Zentralblatts» (1897) zentrale Meilensteine. Die Entwicklungsphase des Verbands um die Jahrhundertwende war geprägt durch wirtschaftliches Wachstum, mit der eine funktionale Differenzierung der Berufsgruppen einherging. Der wirtschaftliche Stillstand während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) hatte eine ausgedehnte Arbeitslosigkeit zur Folge. Der Verband begegnete sozialen Spannungen innerhalb der sich radikalisierenden Arbeiterbewegung mit Distanz und engagierte sich stattdessen bei der Gründung der «Vereinigung schweizerischer Angestelltenverbände (VSA)». Die Anstrengung des VSA führten im Dezember 1918 dazu, dass ein erster umfassender Gesamtarbeitsvertrag in der Schweiz abgeschlossen werden konnte. Zeitgleich wurde den kaufmännischen Frauen die Aufnahme in die Sektionen mit grosser Mehrheit ermöglicht.
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Politisch haben sich die Angestellten seit den 1920er-Jahren für einen «eigenen Weg in der Mitte zwischen links und rechts» entschieden: Zu den zentralen sozialen Errungenschaften des Verbands zählten die Einführung des arbeitsfreien Samstagnachmittags, die Einführung eines «Fonds für soziale Zwecke», der den Grundstein für eine künftige Vorsorgeeinrichtung bilden sollte, die Einführung einer Invaliditäts- und Altersvorsorge sowie der Einführung einer verbandinternen Arbeitslosenkasse. Diese Teilschritte waren wichtige Etappen auf dem Weg zur Einführung einer nationalen Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV), die am 6. Juli 1947 mit einem wuchtigen Mehr von annähernd 80% der (damals ausschliesslich männlichen) Stimmbürger angenommen wurde.
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Ein zentrales Tätigkeitsfeld des Vereins bestand in der bildungspolitischen Arbeit: Die bereits in den Gründungsstatuten definierten Bestrebungen, den kaufmännischen Fortbildungsunterricht zu fördern, erhielten durch den Bundesbeschluss vom 15. April 1891 und den damit verbundenen Bundessubventionen nachhaltigen Auftrieb. Die beiden Grundsätze, nämlich die enge Ausrichtung auf die kaufmännische Berufspraxis sowie das Kleinklassensystem muten heute visionär an: der Transfer in den Arbeitsalltag war schon damals fest in der DNA der Ausbildung von Kaufleuten verankert. 1920 wurden wichtige Pfeiler zur Systematisierung der Berufsbildung eingeschlagen: Die Einführung von Fachprüfungen in Korrespondenz- und Bankwesen sowie Stenographie sollte insbesondere auch weiblichen Verbandsmitgliedern die Möglichkeit zum Diplomerwerb und zum beruflichen Aufstieg eröffnen.
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Angesichts der Weltwirtschaftskrise von 1929 verschlechterte sich die allgemeine Lage der Schweizer Beschäftigten markant: Waren vor Beginn der Krise im Jahresdurchschnitt 12 900 Arbeitslose registriert, steigerte sich deren Zahl bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 auf durchschnittlich 36 700 Personen. Neben den zunehmend stellenlosen älteren Arbeitnehmenden gesellte sich die gravierende Zunahme jüngerer Arbeitsloser, denen mit dem Bundesbeschluss über Krisenhilfe im April 1933 aktiv entgegengetreten wurde. Dennoch standen die Zeichen auf Sturm: Das Jahr 1945 bildete eine geopolitische Zäsur zwischen dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur und dem Beginn des Kalten Krieges, der erst 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer zu Ende gehen sollte.
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Die Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs seit den 1950er-Jahren verliehen dem Kaufmännischen Verein eine sukzessive Zunahme des Mitgliederbestands, der 1985 mit über 77 000 Mitgliedern seinen Höhepunkt erreichte. Allerdings wirkten exogene Kräfte einem weiteren Mitgliederwachstum diametral entgegen: Die sinkende standespolitische Relevanz durch die fortschreitende Spezialisierung des kaufmännischen Berufsstands (Computerzeitalter), die Verstaatlichung der einstigen sozialpolitischen Kernangebote (BVG-Obligatorium 1985) sowie globalisierte Märkte und Fusionen stellten den Verband vor neue grosse Herausforderungen.
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Demgegenüber war die Ausdifferenzierung der kaufmännischen Berufsabschlüsse (Höhere Fachprüfungen, Berufsprüfungen und Verbandsprüfungen) geprägt durch zahlreiche Bildungsinnovationen: 1963 wurde das Schweizerisches Institut für Betriebsökonomie SIB gegründet, aus der 1968 die Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule HWV hervorging. Diese Vollzeitschule fand 1986 ihr berufsbegleitendes Pendant in der Hochschule für Wirtschaft Zürich HWZ. Die HWZ ist bis heute die einzige private Fachhochschule der Schweiz, die von einem Verband (in Kooperation mit der Stiftung Juventus Schulen) geführt wird. Weitere Tochtergesellschaften wie examen.ch, das Schweizerische Informatik-Zertifikat SIZ, die SKV Immobilien AG, die kv edupool AG (vormals KV Bildungsgruppe Schweiz) sowie der Verlag SKV AG zeugen vom breiten bildungspolitischen Engagement des Kaufmännischen Verbands Schweiz, das 2023 mit der Reform der kaufmännischen Grundbildung einen neuen Höhepunkt erfahren wird.
Das Wichtigste auf einen Blick
150 Jahre in bewegten Bildern
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Interviews mit den Menschen hinter dem Verband
Was macht den Kaufmännischen Verband Schweiz aus – und wer prägt sein Engagement? Zum 150-Jahr-Jubiläum geben Mitarbeitende, Partner:innen und Lernende persönliche Einblicke in ihre Verbindung zum Verband. In kurzen Video-Interviews erzählen sie von ihrer Arbeit, ihren Erfahrungen und ihren Erwartungen an die Zukunft. Die Beiträge zeigen, wie der Verband seit 1873 Bildung, Beruf und Sozialpartnerschaft mitgestaltet – und welche Menschen hinter diesem Engagement stehen. Ergänzt wird die Videoreihe durch Impressionen des Symposiums «NEW WORK EXPERIENCE» zur Arbeitswelt von morgen.
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Jubiläums-Kampagne «buerogeschichten.ch»
In seiner Jubiläumskampagne «buerogeschichten.ch» lädt der Kaufmännische Verband Schweiz zu einer multimedialen Zeitreise durch die kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Geschichte ein – von den 1870er-Jahren bis in die Arbeitswelt der Zukunft. Über 350 Texte, Bilder, historische Dokumente, Videos und Audiobeiträge machen den Wandel von Bildung, Beruf und Gesellschaft erlebbar. Ehemalige Berufsleute, Lernende, Partnerorganisationen und Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft zeigen, weshalb die KV-Lehre ein zentraler Pfeiler des Schweizer Bildungssystems ist und Kaufleute für Wirtschaft und Arbeitswelt unverzichtbar sind.
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Festakt, Symposium und Roundtable – im Rückblick
Das 150-Jahr-Jubiläum des Kaufmännischen Verbands Schweiz wurde 2023 mit drei besonderen Anlässen gefeiert. Beim offiziellen Festakt in Bern standen die Geschichte und das langjährige Engagement des Verbands im Mittelpunkt. Das Symposium «NEW WORK EXPERIENCE» in Zürich widmete sich den Chancen und Herausforderungen der Arbeitswelt von morgen. Beim Roundtable in der Romandie richtete sich der Blick auf die Zukunft der dualen Berufsbildung. Die Rückblicke und Foto-Slider lassen die wichtigsten Momente, Begegnungen und Diskussionen des Jubiläumsjahrs nochmals lebendig werden.
Links & Downloads
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Festschrift: 125-Jahr-Jubiläum
125 Jahre SKV / 125 ans SSEC. Festschrift zum 125-Jahr-Jubiläum des Schweizerischen Kaufmännischen Verbandes / Plaquette commémorative du 125e anniversaire de la Societé Suisse des Employés de Commerce, Zürich 1998 (Context).
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Buch: Kämpfen, lernen, feiern.
Catrina, Werner: Kämpfen, lernen, feiern. 50 Jahre Kaufmännischer Verband Zürich KVZ 1861–2011, Zürich 2011 (Orell Füssli).
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Buch: Der Schweizerische Kaufmännische Verein und seine Sektionen
Der Schweizerische Kaufmännische Verein und seine Sektionen 1861–1914, Zürich 1914 (Verlag des Schweizerischen Kaufmännischen Vereins).
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Buch: Die Angestellten zwischen Bürgertum und Arbeiterbewegung.
König, Mario: Die Angestellten zwischen Bürgertum und Arbeiterbewegung. Soziale Lage und Organisation der kaufmännischen Angestellten in der Schweiz 1914–1920, Zürich 1984 (Limmat Verlag).
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Buch: 100 Jahre Schweizerischer Kaufmännischer Verein
Winkler, Walter: 100 Jahre Schweizerischer Kaufmännischer Verein, Zürich 1973 (Verlag des Schweizerischen Kaufmännischen Vereins).
Kontakt
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Kaufmännischer Verband Schweiz