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Altersdiversität und Unternehmenskultur: Vielfalt als Schlüssel zum Erfolg

In der heutigen Arbeitswelt treffen mehrere Generationen aufeinander – eine Chance, die Unternehmen aktiv nutzen sollten. Altersdiversität steigert Innovationskraft, Teamdynamik und Wissenstransfer. Doch Vorurteile und fehlende Strategien stehen dem oft im Weg. Wie gelingt es, altersübergreifende Teams erfolgreich zu gestalten? Ein durchdachtes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bietet Lösungen.
Die Schweizer Arbeitswelt erlebt einen tiefgreifenden demografischen Wandel. Während ältere Mitarbeitende länger im Erwerbsleben bleiben, drängen junge Generationen mit neuen Erwartungen in den Arbeitsmarkt. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der verschiedene Generationen produktiv und harmonisch zusammenarbeiten.
Wenn Unternehmen gezielt altersgemischte Teams fördern, profitieren sie erstens von gesteigerter Innovationskraft. Ältere Mitarbeitende bringen wertvolle Fachkenntnisse und Branchenwissen mit, während Jüngere technologische Kompetenz und neue Ideen einbringen. Zweitens wird die Anpassungsfähigkeit gefördert. Gemischte Teams können besser mit Veränderungen umgehen, da sie auf unterschiedliche Perspektiven und Bewältigungsstrategien zurückgreifen können. Drittens kann dies zu einer gesunden Unternehmenskultur führen. Unternehmen, die auf eine inklusive und wertschätzende Unternehmenskultur setzen, fördern die Motivation und Loyalität ihrer Angestellten. Doch um dieses Potenzial zu nutzen, müssen Unternehmen Vorurteile abbauen und gezielt Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit schaffen.
Herausforderungen und Vorurteile abbauen
Trotz der Vorteile hält sich in vielen Unternehmen ein stereotypisches Denken über verschiedene Altersgruppen: Ältere Mitarbeitende werden oft als weniger flexibel und weniger technikaffin wahrgenommen. Jüngeren Mitarbeitenden wird gelegentlich eine geringere Loyalität oder mangelnde Erfahrung unterstellt.
Diese Vorurteile sind wissenschaftlich nicht haltbar und können gezielt abgebaut werden. Ein erster Schritt ist, eine Unternehmenskultur zu fördern, in der gegenseitiges Lernen, Austausch und Wertschätzung im Mittelpunkt stehen.
Eine altersfreundliche Personalpolitik umfasst beispielsweise:
- Förderung altersgemischter Teams zur Stärkung des intergenerationellen Wissenstransfers
- Gezielte Weiterbildung für alle Altersgruppen, um lebenslanges Lernen zu ermöglichen
- Tandem-Programme, in denen ältere Mitarbeitende ihr Wissen weitergeben und von Jüngeren digitale Kompetenzen erwerben
- Flexible Karrieremodelle, die individuelle Lebensphasen berücksichtigen
Betriebliches Gesundheitsmanagement als Schlüssel zur Integration
Ein erfolgreiches BGM, also die systematische Optimierung relevanter Faktoren für die Gesundheit im Betrieb, trägt entscheidend dazu bei, altersgemischte Teams zu integrieren und langfristige Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten. Wichtige Massnahmen eines zukunftsorientierten BGM könnten da sein:
- Flexible Arbeitsmodelle: Teilzeitangebote und Homeoffice-Optionen für verschiedene Lebensphasen, Sabbaticals oder gleitende Übergänge in die Rente für ältere Mitarbeitende
- Gezielte Weiterbildungsangebote: Programme zur Entwicklung digitaler Kompetenzen für Ältere und/oder Laufbahnentwicklung für Jüngere, um langfristige Karriereperspektiven zu schaffen
- Gesundheitsfördernde Massnahmen: Präventionsprogramme für Stressmanagement und psychische Gesundheit, ergonomische Arbeitsplätze, die den Bedürfnissen aller Altersgruppen gerecht werden
- Mentoring-Programme: Förderung des gegenseitigen Lernens zwischen den Generationen, Unterstützung von älteren Mitarbeitenden bei der digitalen Transformation
Unternehmen, die diese Massnahmen konsequent umsetzen, können nicht nur ihre Attraktivität als Arbeitgebende steigern, sondern auch langfristig ihre Produktivität sichern.
Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor für Altersdiversität
Eine offene und wertschätzende Unternehmenskultur ist die Grundlage dafür, dass Altersdiversität nicht nur geduldet, sondern aktiv gelebt wird. Führungskräfte spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Sie setzen den Rahmen für eine offene Kommunikation und einen respektvollen Austausch zwischen Generationen und fördern damit eine Kultur der gegenseitigen Unterstützung und des lebenslangen Lernens. Sie sind zudem in der Lage, individuelle Stärken zu erkennen und diese gezielt einzusetzen. Besonders wichtig ist, dass Unternehmen aktiv auf die Bedürfnisse verschiedener Altersgruppen eingehen und darauf ausgerichtete Massnahmen ergreifen, um eine produktive Zusammenarbeit zu ermöglichen.
BGM-Tagung: Best Practices für Altersdiversität erleben
Doch wie können Unternehmen Altersdiversität erfolgreich gestalten? Welche Best Practices gibt es? Und wie können Organisationen eine generationenfreundliche Unternehmenskultur etablieren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es an der jährlichen BGM-Tagung von Gesundheitsförderung Schweiz*.
Hochkarätige Expertinnen und Experten präsentieren bewährte Strategien, praxisnahe Lösungen und erfolgreiche Unternehmensbeispiele zur Förderung von Altersdiversität. Es ist die Gelegenheit, um sich mit Fachleuten auszutauschen und wertvolle Impulse zum betrieblichen Gesundheitsmanagement zu gewinnen.
Erstmals veröffentlicht am: 7.4.2025
Autor:in
Andrea Nussbaumer, Gesundheitsförderung Schweiz
* Mitglieder des Kaufmännischen Verbands Schweiz profitieren von 20% Rabatt auf den Eintrittspreis für die jährlich stattfindende Tagung für betriebliches Gesundheitsmanagement. Die nächste Tagung findet am 26.8.2025 statt.
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