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«Ich spüre, dass ich an Selbstvertrauen gewonnen habe»

Nari ist KV-Lernende bei der Treuhandgesellschaft G-FID Consulting in Biel. Im Interview erzählt sie von ihren Fortschritten seit Beginn des zweiten Lehrjahrs und spricht über ihre Sicht auf die heutige Arbeitswelt und darüber, was ihr persönlich am Herzen liegt.
Wie verläuft dein zweites Lehrjahr?
Sehr gut. Ich habe jetzt eine viel klarere Vorstellung von meinen Erwartungen und Zielen. Ich fühle mich auch wohler und erledige meine Aufgaben selbstständiger. So kann ich meine Arbeit besser organisieren und mehr Initiative ergreifen. Ich habe das Gefühl, Fortschritte gemacht und an Selbstvertrauen gewonnen zu haben.
In welchen Bereichen hast du dich seit Beginn deiner Ausbildung am meisten weiterentwickelt?
Im Bereich Steuererklärungen. Hier habe ich die grössten Fortschritte gemacht. Bisher hatten sich immer ein paar Fehler eingeschlichen. Aber vor Kurzem habe ich eine Steuererklärung übernommen und dieses Projekt völlig selbstständig bis zur Validierung und zum Versand an den Kunden durchgeführt. Es ist die erste Steuererklärung, die ich fehlerfrei erstellen konnte. Ich bin stolz darauf, dass ich das geschafft habe, und das ohne Hilfe!
Wie läuft es in der Schule in diesem zweiten Jahr? Gibt es Bereiche, die du besonders magst oder die dir im Gegenteil besonders schwerfallen?
Was den Stundenplan angeht, hat sich nichts geändert. Ich gehe immer noch zwei ganze Tage pro Woche zur Schule. Was die Bereiche angeht, gefallen mir einige sehr gut. Dazu gehören etwa die Handlungskompetenzbereiche (HKB) B und C, also die Interaktionen in einem vernetzten Arbeitsumfeld sowie das Koordinieren unternehmerischer Arbeitsprozesse. Die Informatik (HKB E: Einsetzen von Technologien der digitalen Arbeitswelt) kostet mich mehr Zeit und Mühe, aber sie interessiert mich. Eigentlich gefallen mir alle Bereiche und ich gehe gerne zum Unterricht. Denn in der Schule bin ich mit anderen Lernenden des zweiten Lehrjahrs zusammen, und wir können uns austauschen und voneinander lernen.
Mit welchen Herausforderungen bist du derzeit konfrontiert, und wie meisterst du sie?
Eine Herausforderung ist nach wie vor der Kundenkontakt. Wenn eine Person ins Büro kommt, empfange ich sie, begleite sie in den Besprechungsraum und biete ihr etwas zu trinken an. Aber ich fühle mich noch nicht sehr sicher und könnte nicht wie mein Berufsbildner Ausbildner entspannt mit ihr diskutieren.
Eine Schwierigkeit könnte auch sein, auf einen unzufriedenen Kunden oder eine unzufriedene Kundin reagieren zu müssen. Zum Glück kommt das selten vor. In eineinhalb Jahren ist mir das nur einmal passiert, und ich konnte die Situation meistern. Wenn ich es mit einer sehr verärgerten Person zu tun hätte, würde mich die Situation aber wahrscheinlich stressen.
Zu meinen täglichen Aufgaben gehören zwei Bereiche, die besondere Aufmerksamkeit erfordern: der Datenschutz und die Eingabe von Zahlen bei der Buchhaltung. Im ersten Fall müssen strenge Protokolle eingehalten werden, und ich muss stets aufpassen, keine vertraulichen Daten versehentlich weiterzugeben. Bei den Zahlen geht es darum, keine Tippfehler zu machen, zum Beispiel eine Null, statt einer Neun einzutippen, da dies weitreichende Folgen haben kann.
«Eine Herausforderung ist nach wie vor der Kunden-Nari, KV-Lernende bei G-FID Consulting
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Wie unterstützt dich dein Lehrbetrieb dabei, deine Ziele zu erreichen?
Mein Unternehmen unterstützt mich sehr. Zum Beispiel darf ich an manchen Abenden etwas früher gehen, um zusätzlich zur Schule Informatik- und Französischkurse zu besuchen. Ausserdem werden mir Aufgaben übertragen, die meinen Fähigkeiten entsprechen. Mein Berufsbildner ist immer verfügbar, um meine Fragen zu beantworten und mir bei Schwierigkeiten zu helfen. Dadurch gewinne ich an Selbstvertrauen. Im Moment fühle ich mich wirklich gut unterstützt.
Wie haben sich deine Vorstellungen von der Arbeitswelt seit Beginn deiner Ausbildung verändert?
Zuerst dachte ich, dass der Einstieg in die Welt der Erwachsenen und der Arbeit kompliziert sein würde. Ich habe eine sehr strenge Welt mit starren Arbeitszeiten erwartet, die einem keine Zeit für sich selbst lässt. Aber nach anderthalb Jahren habe ich festgestellt, dass dem nicht so ist. Natürlich ist es eine strukturierte Welt, aber es ist entspannter, als ich es mir vorgestellt habe. Wenn ich nach Hause komme, habe ich Zeit, ein bisschen zu lernen. Aber ich habe auch Zeit für mich. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das möglich ist. Das hat mich am meisten überrascht. Und Zeit für sich selbst zu haben, ist wirklich wichtig. Ich brauche sie auf jeden Fall!
Wie siehst du die zweite Hälfte deiner Ausbildung? Hast du Ziele oder Pläne?
Ja. Beruflich geht es darum, meine IT-Kenntnisse zu verbessern. Persönlich möchte ich mehr Zeit für meine privaten Aktivitäten und für meine Familie haben.
Ich würde diese Ziele gerne schon am Ende des zweiten Jahrs erreichen, damit ich das dritte Jahr mit anderen Zielen beginnen kann. Vor allem mit dem grössten: meine Lehrabschlussprüfungen (QV) bestehen. Und wenn alles gut läuft, möchte ich danach die Berufsmatura absolvieren. Ich plane auch, nach meiner Ausbildung eine Reise zu machen.
«Mein Berufsbildner ist immer verfügbar, um meine Fragen zu beantworten und mir bei Schwierigkeiten zu helfen.»Nari, KV-Lernende bei G-FID Consulting
Veröffentlicht am: 25.2.2025
Autor:in: Christine Theumann
Steckbrief Nari: Die Leseratte
Kampagne «mini Lehrzyt»
Der Kaufmännische Verband Schweiz begleitet die vier Lernenden Chloe, David, Dylan und Nari während ihrer Lehrzeit. Sie berichten zweimal jährlich über ihren Lehralltag und die Erfahrungen in der Schule und im Betrieb. Dabei erfahren wir, was sie sich von ihrer Lehrzeit erhoffen, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert werden und wie sie sich auf den Berufsalltag vorbereiten.
Die Lernenden haben ihre Lehre im August 2023 angefangen und arbeiten nach dem System der neuen KV-Reform. Neben dem Fokus auf Handlungskompetenzen eignen sie sich Fachwissen und Fähigkeiten an, die sie auch branchen- und berufsübergreifend einsetzen können. Damit ihnen nach der Lehrzeit alle Möglichkeiten offenstehen.
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Kaufmännischer Verband Schweiz